1951

Das junge Paar kauft das Eckhaus Hauptstrasse 66 von Frau Melber, die darin einen Gemischtwarenladen betrieben hat. Das Häuschen mit Walmdach, an dessen Stelle in alten Zeiten der Staufener Torturm stand, wird komplett umgebaut. Frau Melber behält auf Lebenszeit eine Wohnung im Dachgeschoss und bekommt dazu jeden Sonntag eine warme Mahlzeit. So war es im Kaufvertrag vereinbart. In bester Staufener Geschäftslage befindet sich nun ein lang gestreckter Verkaufsraum mit fünf Stühlen zur Anprobe. Zusätzlich wird ein repräsentatives Schaufenster im gegenüberliegenden Haus Gerspacher angemietet. Das Haus in der Freihofgasse dient nach wie vor als Lagerraum. Auch die Reparaturwerkstatt befindet sich noch dort. Im selben Jahr wird der dritte Sohn Raimund geboren. Elisabeth Haaf beginnt nun im Geschäft mitzuarbeiten. Sie hilft im Verkauf und ist für die Bestellungen der neuen Sortimente zuständig. Fritz Haaf hat währenddessen einen erfolgreichen Versandhandel gestartet, indem er Handwerksbetriebe und Bauunternehmen anschreibt und so Bestellungen für Arbeitsschuhe entgegennimmt. Sein Monatslohn beträgt zu dieser Zeit zwischen 180 und 250 DM. Auch Fritz Haafs Schwester Liesel hilft bei Bedarf im Geschäft aus und ist für die Dekoration der Schaufenster zuständig.

Bilder:

Haus Melber bei der St.-Anna-Prozession

Plan des Hauses Melber von 1907

1953

Fritz Haaf und einige andere Staufner Geschäftsleute rufen den Gewerbeverein wieder ins Leben, der 1934 der "Gleichschaltung" zum Opfer gefallen war. Am 1. September beginnt das erste Lehrmädchen, Margarete Obert geb. Burg, seine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau im Hause Haaf.

Ende des Jahres wird der vierte Sohn Albrecht geboren.

Bild: Das neue Geschäftshaus 1952